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Conquian: der Vorfahre des Rommé
classiques 6 Min. Lesezeit

Conquian: der Vorfahre des Rommé

Conquian klar erklärt: Vorbereitung, Spielablauf, Punktewertung und Varianten, mit unseren Tipps für den Einstieg.

Aktualisiert am 29. März 2026

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Das Spiel im Überblick

Conquian ist ein Kartenspiel, das in Mexiko im Jahr 1857 erstmals erwähnt wurde und sich in den folgenden Jahrzehnten im englischsprachigen Nordamerika verbreitete, wo daraus die gesamte Familie der westlichen Rommé-Spiele entstand. Es wird von zwei bis drei Spielern gespielt und erfordert ein spanisches 40-Karten-Blatt mit den Farben Schwerter (espadas), Stäbe (bastos), Becher (copas) und Münzen (oros).

Ziel des Spiels

Ziel ist es, als Erster neun Karten in gültigen Kombinationen auszulegen und damit "hinauszugehen". Erlaubt sind Sätze aus drei oder vier ranggleichen Karten (tercia beziehungsweise cuarteto) und Folgen aus mindestens drei aufeinanderfolgenden Karten derselben Farbe (escalera). Die 1 steht dabei immer unten, direkt neben der 2, und auf die 7 folgt die 10: 1-2-3 und 6-7-10 sind also gültige Folgen, 11-12-1 dagegen nicht.

Vorbereitung

Das Blatt besteht aus den Karten 1-2-3-4-5-6-7-10 (sota), 11 (caballo) und 12 (rey) in jeder Farbe – Achten und Neunen gibt es nicht. Der erste Geber wird zufällig bestimmt, danach wandert das Geben nach jeder Runde zum rechten Nachbarn. Gegeben und gespielt wird gegen den Uhrzeigersinn, also nach rechts. Der Geber verteilt acht Karten einzeln an jeden Spieler und legt den Rest verdeckt als Nachziehstapel in die Tischmitte.

Spielablauf

Der Austausch

Jeder Spieler sucht eine Karte aus, die er nicht braucht, und gibt sie verdeckt an seinen rechten Nachbarn weiter, während er die Karte seines linken Nachbarn erhält. Alle geben gleichzeitig ab und müssen sich entscheiden, bevor sie die erhaltene Karte ansehen. Dieser Tausch heißt auf Spanisch el cambio.

Der erste Zug

Der Spieler rechts vom Geber deckt die oberste Karte des Nachziehstapels auf. Er kann sie nehmen und zusammen mit mindestens zwei Handkarten zu einer gültigen Kombination auslegen – danach legt er eine unerwünschte Karte ab, sofern er nicht bereits alle neun Karten ausgelegt hat – oder er passt und überlässt die Karte dem nächsten Spieler. Passt auch dieser, hat der Geber die Wahl, die Karte zu nehmen oder sie abzulehnen und eine neue Karte vom Stapel aufzudecken, die er wiederum nutzen oder offen liegen lassen kann.

Die folgenden Züge

Gespielt wird reihum gegen den Uhrzeigersinn. Zu Beginn seines Zuges hat ein Spieler immer acht Karten, von denen einige schon ausgelegt sein können, und in der Mitte liegt eine offene Ablage. Er hat zwei Möglichkeiten:

  1. Er nimmt die oberste Karte der Ablage und fügt sie seinen ausgelegten Kombinationen hinzu. Dabei darf er beliebig viele weitere Handkarten auslegen und seine Kombinationen umbauen, solange am Ende alle gültig sind. Legt er damit alle neun Karten aus, endet das Spiel; andernfalls legt er eine Karte auf die Ablage.
  2. Er lehnt die oberste Karte der Ablage ab und deckt eine neue Karte vom Nachziehstapel auf. Diese kann er ebenso auslegen oder ebenfalls ablehnen – dann ist der nächste Spieler an der Reihe.

Die aufgedeckte Karte darf niemals für später auf die Hand genommen werden, und man darf seine Karten auch nicht an den Kombinationen der Mitspieler anlegen.

Zwangsmelden

Es gibt zwei Möglichkeiten, einen Spieler zum Auslegen einer Karte zu zwingen:

  1. Passt die offene Karte in der Mitte an eine bereits ausgelegte Kombination eines Gegners, ohne dass dieser Handkarten ergänzen müsste, kann der Spieler am Zug ihm die Karte geben und ihn zum Auslegen zwingen. Der Gegner legt anschließend eine Handkarte ab.
  2. Passt die offene Karte umgekehrt an eine eigene Kombination des Spielers am Zug, können ihn beide Gegner zwingen, sie auszulegen. Das kann seine Stellung zerstören, weil er danach eine wertvolle Handkarte abwerfen muss.

Beim Umbauen ist der sogenannte corte erlaubt: Aus einer ausliegenden Folge 3-4-5-6 darf man etwa die 6 herausziehen, um einen Satz aus drei Sechsen zu bilden, sofern der Rest eine gültige Folge bleibt.

Punktewertung und Spielende

Es gibt keine Punktewertung. Das Spiel endet, sobald ein Spieler alle neun Karten ausgelegt hat – oder ohne Sieger, wenn der Nachziehstapel aufgebraucht ist.

Verbreitete Varianten

Neben dem mexikanischen Grundspiel gibt es das Paco, eine beliebte Glücksspielvariante, das anglo-amerikanische Conquian für zwei Personen mit einem 52-Karten-Blatt ohne Achten, Neunen und Zehnen sowie Navajo Tens, eine Variante mit doppeltem Blatt.

Eine kuriose Anekdote

Conquian gilt als Urahn sämtlicher westlicher Rommé-Spiele: Von Mexiko aus gelangte es nach Nordamerika und prägte dort eine ganze Spielefamilie. Bei den Navajo wird es bis heute in der Doppeldeck-Variante unter dem Namen Neeznáá Dah Yíjihí gespielt.

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Anfängerfehler, die man vermeiden sollte

Anfänger versuchen oft, die offene Karte aus der Mitte auf die Hand zu nehmen – das ist nie erlaubt, sie muss sofort ausgelegt oder liegen gelassen werden. Ebenso häufig wird übersehen, dass die Kombinationen der Spieler streng getrennt bleiben: Man kann überzählige Karten nicht bei den Mitspielern anlegen. Und wer eine Karte offen liegen lässt, die an die eigene Auslage passt, riskiert, von den Gegnern zum Auslegen gezwungen zu werden.

Häufige Fragen

  • Wie viele Karten muss man auslegen? Neun. Da jeder nur acht Karten erhält, kommt die neunte immer aus der Mitte.
  • Darf man die Mittelkarte aufheben? Nein, sie muss sofort in einer gültigen Kombination ausgelegt werden.
  • Was passiert, wenn der Stapel leer ist? Die Runde endet ohne Sieger; es wird nichts nachgezählt.

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Quellen: Offizielle Spielregeln und Verlage. Zuletzt geprüft: 29. März 2026. https://www.pagat.com/rummy/conquian.html