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Bohnanza: die Regeln
societe 6 Min. Lesezeit

Bohnanza: die Regeln

Bohnanza klar erklärt: Vorbereitung, Spielablauf, Punktewertung und Varianten, mit unseren Tipps für den Einstieg.

Aktualisiert am 29. März 2026

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Ein Spiel für Kartenfreunde und Hobbygärtner

Bohnanza ist ein Kartenspiel von Uwe Rosenberg, das 1997 erschien. Die hier beschriebenen Regeln sind die des Grundspiels für 3 bis 5 Spieler mit den ursprünglichen Bohnensorten: 20 Blaue Bohnen, 18 Feuerbohnen, 16 Stinkbohnen, 14 Brechbohnen, 12 Sojabohnen, 10 Augenbohnen, 8 Rote Bohnen und 6 Gartenbohnen. Die drei weiteren Sorten in der Schachtel — Kakaobohne, Wachsbohne und Kaffeebohne — gehören ausschließlich zur Variante für bis zu 7 Spieler. Dazu kommen 7 Karten für das dritte Bohnenfeld, die Feldmatten und das Regelheft.

Das Ziel des Spiels

Nicht wer die meisten Bohnen erntet gewinnt, sondern wer die richtigen zum richtigen Zeitpunkt erntet: Jede Ernte wird in Goldmünzen umgewandelt, und wer am Spielende die meisten Münzen besitzt, gewinnt. Der ganze Reiz des Spiels steckt in einer einzigen Einschränkung, die gleich unten erklärt wird — du bestimmst nicht, in welcher Reihenfolge die Karten auf deine Hand kommen.

Vorbereitung

Jeder Spieler erhält eine Feldmatte. Sie ist beidseitig bedruckt: Bei drei Spielern nimmt man die Seite mit drei Bohnenfeldern, bei vier oder fünf Spielern die Seite mit zwei Feldern. Ein Startspieler wird bestimmt und erhält die Startspielerkarte, die er das ganze Spiel über behält. Danach werden alle Karten gemischt und je fünf an jeden Spieler ausgeteilt. Die restlichen Karten kommen als Nachziehstapel in die Tischmitte, mit der Goldmünzenseite nach oben; daneben entsteht im Lauf des Spiels der Ablagestapel, und vor jedem Spieler wächst sein eigener Goldmünzenstapel.

Nun folgt die wichtigste Regel des gesamten Spiels: Du darfst die Reihenfolge der Karten auf deiner Hand niemals verändern. Die zuerst ausgeteilte Karte ist die vorderste und für dich vollständig sichtbar; jede weitere Karte wird hinten angefügt, in der Reihenfolge, in der du sie gezogen hast. Kein Sortieren, unter keinen Umständen. Deine Hand ist kein Fächer, sondern eine Warteschlange — und genau das macht aus dem gemütlichen Bohnenpflanzen ein Dauerverhandeln.

Spielablauf

Der Startspieler beginnt, danach geht es im Uhrzeigersinn weiter. Jeder Zug besteht aus vier Phasen, die immer in dieser Reihenfolge durchlaufen werden. Zwei Pflanzregeln gelten dabei im ganzen Spiel: In einem Feld wächst immer nur eine einzige Bohnensorte, aber dieselbe Sorte darf gleichzeitig in zwei verschiedenen Feldern stehen.

Phase 1: Bohnenkarten aus der Hand pflanzen

Du musst die vorderste Karte deiner Hand pflanzen — die, die vollständig sichtbar ist. Danach darfst du eine zweite Karte pflanzen, nämlich die, die nun vorne liegt. Eine dritte ist nicht erlaubt. Beim Pflanzen beginnst du ein Feld oder verlängerst die Kartenspalte eines bestehenden. Findet die Sorte keinen Platz, musst du zuerst ein Feld abernten. Hast du zu Beginn der Phase 1 keine Karten auf der Hand, überspringst du sie und gehst direkt zu Phase 2.

Phase 2: Karten aufdecken und handeln

Decke die obersten zwei Karten des Nachziehstapels auf und lege sie offen daneben, für alle sichtbar. Diese beiden Karten gehören dir: Du kannst sie pflanzen oder zum Handeln anbieten. Nur der aktive Spieler handelt — die anderen dürfen nicht untereinander tauschen, sondern nur mit ihm. Angeboten werden dürfen alle Karten der eigenen Hand, ganz gleich an welcher Stelle der Warteschlange sie stecken, dazu die beiden aufgedeckten Karten. Nicht gehandelt werden dagegen bereits gepflanzte Karten und Karten, die man soeben in einem Tausch erhalten hat. Die Anzahl der Karten pro Seite ist frei (etwa zwei Blaue Bohnen gegen eine Brechbohne), und beide Seiten müssen zustimmen. Erhaltene Karten legst du quer neben deine Felder — niemals auf die Hand. Man darf Karten auch verschenken, sofern der andere sie annehmen möchte.

Phase 3: Aufgedeckte und eingetauschte Karten pflanzen

Alle Spieler, die quer liegende Karten neben ihren Feldern haben, müssen sie jetzt pflanzen, in beliebiger Reihenfolge. Der aktive Spieler pflanzt zusätzlich die aufgedeckten Karten, die er nicht weggetauscht hat. Auch hier gilt: Fehlt der Platz für eine Sorte, muss vorher ein Feld abgeerntet werden.

Phase 4: Bohnenkarten ziehen

Beende deinen Zug, indem du drei Karten nacheinander vom Nachziehstapel ziehst und sie hinten an deine Hand anfügst, hinter die letzte Karte, in der Reihenfolge des Ziehens. Danach wird dein linker Nachbar zum aktiven Spieler.

Ernten, Punkte und Spielende

Ernten darfst du jederzeit, auch wenn du nicht am Zug bist. Jede Sorte hat ihren eigenen "Bohnometer" auf der Karte, der angibt, wie viele Goldmünzen eine bestimmte Anzahl Bohnen einbringt — und diese Skalen sind knauserig. Die Stinkbohne zeigt es am deutlichsten: Für eine oder zwei Stinkbohnen gibt es gar nichts, für drei oder vier eine Münze, für fünf oder sechs zwei Münzen, für sieben drei Münzen, und erst ab acht Bohnen sind es vier.

Zum Ernten zählst du die Karten im Feld, prüfst den Bohnometer der obersten Karte, drehst so viele dieser Karten um, wie du Münzen erhältst, sodass die Goldseite zu sehen ist, und legst sie auf deinen Goldmünzenstapel. Die restlichen Karten wandern offen auf den Ablagestapel: Ein Feld wird immer vollständig geleert, nie nur teilweise. Dazu kommt die Bohnenschutzregel — ein Feld mit nur einer einzigen Karte darf nicht abgeerntet werden, solange ein anderes deiner Felder mehr als eine Karte enthält.

Wird die letzte Karte des Nachziehstapels gezogen, wird der Ablagestapel gemischt, umgedreht und als neuer Nachziehstapel in die Mitte gelegt. Das Spiel endet, wenn der Nachziehstapel zum dritten Mal aufgebraucht ist; passiert das während der Handelsphase, beendet der aktive Spieler zuvor noch die Phasen 2 und 3. Anschließend ernten alle ihre restlichen Felder ab — Karten auf der Hand zählen nicht mit. Jede Karte auf dem Goldmünzenstapel ist eine Münze wert, und wer die meisten hat, gewinnt. Bei Gleichstand gewinnt der beteiligte Spieler, der im Uhrzeigersinn am weitesten vom Startspieler entfernt sitzt.

Varianten

In der Schachtel stecken drei Bohnensorten, die im Grundspiel nichts zu suchen haben — Kakaobohne, Wachsbohne und Kaffeebohne — sie gehören zur Variante für bis zu 7 Spieler. Außerdem gibt es eigene Regeln für zwei Personen. Die 7 Karten für das dritte Bohnenfeld schließlich verschaffen ein Feld mehr als die zwei auf der Matte — genau der Spielraum, der die Zwickmühle zwischen zu früher Ernte und fehlendem Pflanzplatz entschärft.

Anekdoten und Rekorde

Sieh dir die Kartenverteilung des Grundspiels an: 20 Blaue Bohnen, 18 Feuerbohnen, 16 Stinkbohnen, 14 Brechbohnen, 12 Sojabohnen, 10 Augenbohnen, 8 Rote Bohnen, 6 Gartenbohnen. Auf jeder Stufe genau zwei Karten weniger, ohne Ausnahme. Diese perfekte Treppe fasst die gesamte Ökonomie des Spiels in einer Zeile zusammen: Häufige Sorten lassen sich zu langen, einträglichen Reihen aufschichten, während eine Gartenbohne im ganzen Spiel vielleicht zwei- oder dreimal über den Tisch wandert — und genau das macht sie zu einem so wertvollen Tauschpfand, sobald jemand eine braucht.

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Anfängerfehler, die man vermeiden sollte

  • Die Hand sortieren: der Fehler Nummer eins, und die wichtigste Regel des Spiels verbietet ihn. Die Reihenfolge der Karten wird nie verändert.
  • Eine eingetauschte Karte auf die Hand nehmen: Sie wird quer neben die Felder gelegt und muss in Phase 3 gepflanzt werden.
  • Vergessen, die vorderste Handkarte zu pflanzen: Phase 1 ist Pflicht, nur die zweite Pflanzung ist freiwillig.
  • Ein Feld nur halb abernten, um "einen Grundstock zu behalten": Das geht nicht, ein Feld wird immer komplett geleert.
  • Die Bohnenschutzregel übersehen, die das Abernten eines Ein-Karten-Feldes blockiert, solange ein anderes Feld mehr Karten enthält.
  • Zu wenig handeln: Wer einen mittelmäßigen Tausch ausschlägt, pflanzt am Ende oft eine einzelne Bohne, die keine einzige Münze einbringt.

FAQ

  • Darf ich die Reihenfolge meiner Handkarten ändern?

Nein, niemals — das ist die zentrale Regel des Spiels. Die zuerst erhaltene Karte bleibt vorne, alle weiteren kommen hinten an, in der Reihenfolge des Ziehens.

  • Wer darf mit wem handeln?

Nur der aktive Spieler handelt mit den anderen; die Mitspieler dürfen nicht untereinander tauschen. Angeboten werden Handkarten und, beim aktiven Spieler, zusätzlich die beiden aufgedeckten Karten — nie bereits gepflanzte oder gerade eingetauschte Karten.

  • Wie viele Karten darf ich in Phase 1 pflanzen?

Eine muss sein, eine zweite ist freiwillig, eine dritte ist ausgeschlossen. In einem Feld wächst außerdem nur eine Sorte, dieselbe Sorte darf aber in zwei Feldern gleichzeitig stehen.

  • Kann ich nur einen Teil eines Feldes abernten?

Nein. Du zählst das ganze Feld, nimmst die Münzen laut Bohnometer und legst den Rest ab — das Feld muss leer sein.

  • Wann endet das Spiel genau?

Wenn der Nachziehstapel zum dritten Mal aufgebraucht ist. Geschieht das mitten in der Handelsphase, werden die Phasen 2 und 3 noch zu Ende gespielt, danach ernten alle ihre Felder ab.

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Quellen: Offizielle Spielregeln und Verlage. Zuletzt geprüft: 29. März 2026. https://www.ultraboardgames.com/bohnanza/game-rules.php