
Krieg (Kartenspiel): die einfachsten Regeln
Krieg (Kartenspiel) klar erklärt: Vorbereitung, Spielablauf, Punktewertung und Varianten, mit unseren Tipps für den Einstieg.
Aktualisiert am 6. Januar 2026
📋 Sommaire
Vorstellung des Spiels
Krieg ist ein Kinderkartenspiel, das in vielen Teilen der Welt gespielt wird und keinerlei Strategie verlangt: Es genügt, zu erkennen, welche von zwei Karten den höheren Rang hat, und dem Spielablauf zu folgen. Meist spielen zwei Personen mit einem gewöhnlichen 52-Karten-Blatt; die Farben spielen keine Rolle, nur der Rang zählt, vom Ass (am höchsten) bis zur 2 (am niedrigsten). Daneben gibt es eine Version für drei oder vier Spieler sowie zahlreiche regionale Varianten rund um den Globus.
Spielziel
Ziel ist es, alle Karten des Spiels zu gewinnen. Die Partie endet, sobald ein einziger Spieler das gesamte Blatt besitzt.
Vorbereitung
Das gesamte Blatt wird unter den Spielern verteilt, ohne die Karten anzuschauen: Zu zweit erhält jeder 26 Karten, zu dritt 17, zu viert 13. Jeder Spieler hält seinen Stapel verdeckt vor sich und schaut sich die Reihenfolge seiner eigenen Karten niemals vorher an.
Spielverlauf
Zu zweit drehen beide Spieler gleichzeitig die oberste Karte ihres Stapels um und legen sie offen auf den Tisch. Wer die höhere Karte aufgedeckt hat, gewinnt beide Karten und schiebt sie verdeckt unter den eigenen Stapel. Danach decken beide Spieler ihre nächste Karte auf, und so weiter.
Sind die beiden aufgedeckten Karten gleichrangig, kommt es zum Krieg: Die unentschiedenen Karten bleiben auf dem Tisch liegen, und jeder Spieler legt eine weitere Karte verdeckt und dann eine offene Karte dazu. Wer die höhere neue offene Karte hat, gewinnt den Krieg und nimmt alle sechs Karten an sich. Sind die neuen offenen Karten wieder gleich, geht der Krieg auf dieselbe Weise weiter, bis endlich ein Rangunterschied auftritt.
Konkretes Beispiel: A und B decken jeweils eine 7 auf. Das ist ein Krieg. Beide legen eine Karte verdeckt hin, doch bei B ist es die allerletzte Karte: B verliert die Partie, und A nimmt alles. Anderer Fall: B hat nur noch eine Karte übrig und muss sie offen spielen — eine Dame. A deckt ebenfalls eine Dame auf, erneuter Gleichstand. Bs Dame bleibt liegen (es ist seine letzte Karte), während A eine Karte verdeckt und dann eine offene Karte legt, eine 9, und alle sieben im Spiel befindlichen Karten gewinnt.
Der Ausgangstext klärt nicht eindeutig, was passieren soll, wenn einem Spieler mitten im Krieg die Karten ausgehen: Unter Spielern gibt es dazu zwei Gepflogenheiten. Die verbreitetere lässt den Spieler ohne Karten sofort verlieren. Die andere erlaubt ihm, seine allerletzte Karte offen zu spielen und damit alle verbleibenden Runden des Krieges zu bestreiten; enden dabei beide letzten Spieler mit gleichrangigen Karten, gilt die Partie als unentschieden. Am besten einigt man sich vor Spielbeginn auf die geltende Regel.
Zu dritt oder zu viert decken alle Spieler gleichzeitig ihre Karte auf, und der höchste Rang nimmt alles. Sind zwei oder mehr Spieler beim höchsten Rang gleichauf, nehmen alle Spieler am folgenden Krieg teil — nicht nur die, die gleichauf lagen. Ein Spieler ohne Karten scheidet aus; das Spiel geht weiter, bis nur noch ein Spieler übrig ist.
Spielende
Krieg kennt kein Punktesystem: Die Partie endet, sobald ein einziger Spieler das gesamte Blatt besitzt. Eine Partie kann sich dabei sehr lange hinziehen — einer der klassischen Vorwürfe, die man diesem Spiel macht.
Gängige Varianten
- Drei verdeckte Karten: Statt nur einer verdeckten Karte vor der entscheidenden Karte legt jeder Spieler drei, manchmal buchstabiert man dabei das Wort "Krieg" Buchstabe für Buchstabe.
- Karten je nach Rang: In seinem Buch Card Games for Dummies beschreibt Barry Rigal eine Version, bei der die Anzahl der verdeckten Karten im Krieg vom auslösenden Rang abhängt — zwei für eine 2, drei für eine 3, bis zu elf für ein Ass. Dies ist angeblich das System der rumänischen Variante Război.
- Mit Jokern: Manche Spieler fügen zwei Joker hinzu, die dann über dem Ass die höchsten Karten sind; man trennt sie meist vor dem Austeilen, damit kein Spieler beide bekommt.
- Schnelles offenes Spiel: Karten werden nacheinander offen gespielt, so schnell wie gewünscht und ohne feste Reihenfolge, bis ein Ass erscheint — wer es zuerst spielt, nimmt alles bisher Gespielte.
- Steal War: Gewonnene Karten werden offen als Stapel vor jedem Spieler abgelegt statt unter den eigenen Stapel geschoben. Passt die gezogene Karte im Rang zur obersten Karte eines gegnerischen Stapels, kann man diesen stattdessen stehlen, statt normal zu spielen.
Ein Spiel, das an jeder Grenze seinen Namen wechselt
Krieg überquert Grenzen unter ganz unterschiedlichen Namen: Die Russen nennen es P'yanitsa ("der Trinker"), die Deutschen kennen eine eigene Version namens Tod und Leben, es gibt eine syrische Fassung, und in manchen Casinos wird sogar eine Glücksspielvariante namens Casino War angeboten. Alles lokale Ausprägungen derselben universellen Idee: die höhere Karte erkennen und dem Ablauf folgen, ohne je über einen einzigen Zug nachdenken zu müssen.
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Anfängerfehler vermeiden
- Auf die Farben achten: Bei Krieg zählt nur der Rang, von 2 bis König und dann das Ass, die höchste Karte.
- Den eigenen Stapel vorab ansehen oder die Karten sortieren: Sie müssen verdeckt bleiben, in der Reihenfolge, in der sie eintreffen.
- Vor dem Spiel nicht festlegen, welche Regel bei Kartenmangel im Krieg gilt — die häufigste Streitquelle bei diesem Spiel.
- Gewonnene Karten mischen, bevor man sie unter den eigenen Stapel legt: Sie kommen unverändert dazu, so wie sie vom Tisch aufgenommen wurden.
FAQ
1. Braucht man ein besonderes Blatt, um Krieg zu spielen?
Nein, ein gewöhnliches 52-Karten-Blatt genügt; die Farben spielen bei diesem Spiel überhaupt keine Rolle, nur der Rang jeder Karte zählt.
2. Was passiert, wenn die beiden aufgedeckten Karten gleichrangig sind?
Dann kommt es zum Krieg: Jeder Spieler legt eine verdeckte und dann eine offene Karte, und wer die höhere offene Karte hat, gewinnt alle im Spiel befindlichen Karten.
3. Was passiert, wenn mir mitten im Krieg die Karten ausgehen?
Die Gepflogenheiten sind unterschiedlich: Manche lassen den Spieler ohne Karten sofort verlieren, andere erlauben ihm, seine letzte Karte offen zu spielen, um die verbleibenden Runden zu bestreiten.
4. Kann man Krieg mit mehr als zwei Spielern spielen?
Ja: Zu dritt oder zu viert decken alle gleichzeitig ihre Karte auf, und bei Gleichstand nehmen alle Spieler am folgenden Krieg teil.
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