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Kakerlakenpoker: die Regeln
societe 6 Min. Lesezeit

Kakerlakenpoker: die Regeln

Kakerlakenpoker klar erklärt: Vorbereitung, Spielablauf, Punktewertung und Varianten, mit unseren Tipps für den Einstieg.

Aktualisiert am 29. März 2026

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Allgemeines

Kakerlakenpoker ist ein reines Bluffspiel rund um Tiere, die niemand gern in der Wohnung hätte: Kakerlaken, Stinkwanzen und ähnliches Getier. Gespielt wird mit einem eigenen Kartensatz aus 64 Karten, die acht verschiedene Motive in acht Farben zeigen — also acht Exemplare pro Viech. Dazu kommt lediglich das Regelheft. Das Spiel funktioniert ab zwei Personen, wobei für die Zweierpartie eine eigene Variante vorgesehen ist.

Bemerkenswert an Kakerlakenpoker ist, wie wenig Material für wie viel Spannung sorgt: Es gibt keine Punkte, keine Wertungstabelle und keine Sonderkarten. Die gesamte Entscheidung liegt darin, ob man einer Behauptung glaubt oder nicht.

Ziel des Spiels

Jeder Spieler versucht, den Mitspielern möglichst viele Karten unterzuschieben. Das geschieht, indem man eine Karte verdeckt anbietet und dabei ansagt, welches Tier darauf abgebildet ist — wahrheitsgemäß oder eben gelogen. Wer sich bei der Einschätzung irrt, behält die Karte.

Wichtig ist das richtige Vorzeichen: Karten zu sammeln ist nichts Gutes, sondern der Weg in die Niederlage. Verloren hat, wer als Erster vier Karten mit demselben Tier offen vor sich liegen hat — oder wer keine Karte mehr auf der Hand hat, wenn er eine anbieten müsste.

Vorbereitung

Die 64 Karten werden gemischt und vollständig verdeckt an alle Spieler ausgeteilt. Es bleibt kein Nachziehstapel und kein Talon übrig: Das gesamte Deck landet auf den Händen. Dass dabei nicht alle Spieler exakt gleich viele Karten bekommen, ist unerheblich.

Nur in der Zweierpartie werden vorher 10 Karten aus dem gemischten Stapel genommen, ohne sie anzusehen. Erst danach wird der Rest verteilt.

Spielablauf

Der Startspieler — nennen wir ihn Marc — nimmt eine Karte von seiner Hand, legt sie verdeckt auf den Tisch, schiebt sie zu einem Mitspieler seiner Wahl (sagen wir Anna) und sagt dazu ein Tier an, zum Beispiel "Kakerlake". Anna hat nun zwei Möglichkeiten.

Erstens: die Karte annehmen. Bevor sie die Karte aufnimmt, sagt sie laut "wahr" oder "falsch" — "wahr", wenn sie Marcs Behauptung glaubt, "falsch", wenn sie ihm misstraut. Liegt sie mit ihrem Glauben oder Zweifel richtig, muss Marc die Karte nehmen. Liegt sie daneben, behält sie die Karte selbst.

Zweitens: die Karte weitergeben. Anna nimmt die Karte nicht an, sondern schiebt sie weiter. In diesem Fall darf sie vorher heimlich einen Blick darauf werfen. Beim Weitergeben muss sie entweder Marcs Ansage bestätigen oder eine neue Behauptung aufstellen, also beispielsweise aus "Kakerlake" eine "Stinkwanze" machen. Der nächste Spieler hat dann wieder dieselben zwei Optionen.

Eine Karte darf immer nur an jemanden weitergegeben werden, der sie noch nicht gesehen hat. Sie kann also so lange wandern, bis sie einmal bei jedem Spieler war. Der letzte Spieler, bei dem sie ankommt, hat keine Wahl mehr: Ihm bleibt nur Option eins. Er muss die Karte annehmen und beurteilen, ob die Ansage seines Vorgängers wahr oder falsch war.

Wer die Karte am Ende behält, legt sie offen vor sich auf den Tisch und eröffnet die nächste Runde, indem er selbst eine Karte aus seiner Hand anbietet.

Punktewertung und Spielende

Punkte werden nicht notiert. Entscheidend sind ausschließlich die offen ausliegenden Karten vor den Spielern. Das Spiel endet in zwei Fällen:

  • Ein Spieler hat vier Karten mit demselben Tier vor sich liegen, zum Beispiel vier Kakerlaken. Dieser Spieler hat verloren, alle anderen teilen sich den Sieg.
  • Oder ein Spieler ohne Handkarten müsste eine neue Runde eröffnen. Da er keine Karte anbieten kann, hat er verloren — auch hier gewinnen alle übrigen Spieler gemeinsam.

Es gibt also keine schrittweise Elimination und keinen einzelnen Gewinner: Sobald einer verliert, ist die Partie sofort beendet.

Verbreitete Varianten

Das Regelheft selbst enthält eine offizielle Variante, nämlich die Zweierpartie. Dort ändern sich drei Dinge: Vor dem Austeilen werden 10 Karten ungesehen aus dem Stapel entfernt, das Weitergeben einer Karte entfällt naturgemäß — der Angebotene muss sich also immer zwischen "wahr" und "falsch" entscheiden — und zum Verlieren braucht es fünf Karten desselben Tieres statt vier. Die zweite Verlustbedingung bleibt unverändert: keine Handkarte mehr zu haben, wenn man eine Runde eröffnen müsste.

Warum Kakerlakenpoker so gut ankommt

Das Spiel ist in zwei Minuten erklärt und trotzdem schwer zu meistern, weil ausschließlich Menschenkenntnis zählt. Die Information ist ungleich verteilt: Wer anbietet, kennt die Karte, wer weitergibt, hat gerade heimlich hingeschaut, und wer entscheiden muss, hat nur Mimik und Vorgeschichte des Gegenübers als Anhaltspunkt.

Am spannendsten wird es, wenn jemand bereits drei Stinkwanzen offen vor sich liegen hat und der ganze Tisch anfängt, ihm die vierte unterzujubeln. Eine einzige Fehleinschätzung beendet dann seine Partie — und alle anderen gewinnen zusammen.

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Anfängerfehler, die man vermeiden sollte

Der häufigste Denkfehler ist, Karten für etwas Erstrebenswertes zu halten. Jede angenommene Karte bringt einen dem tödlichen Vierling näher. Die Hand um jeden Preis leerzuspielen hilft aber ebenfalls nicht, denn wer beim Rundenbeginn keine Karte mehr hat, verliert genauso.

Ein zweiter typischer Fehler ist, die Karte immer weiterzugeben, wenn es möglich ist. Da jeder Spieler sie nur einmal erhalten darf, gehen der Karte die Ziele aus — und der Letzte in der Kette kann ihr nicht mehr ausweichen.

Und schließlich: Das laute "wahr" oder "falsch" vor dem Aufnehmen nicht vergessen. Diese Ansage entscheidet darüber, wer die Karte behält, nicht die Karte selbst.

FAQ

Wie viele Karten hat Kakerlakenpoker? 64 Karten mit acht verschiedenen Motiven in acht Farben, also acht Karten pro Tierart. Genau das macht jede Ansage glaubwürdig: Von jedem Viech sind immer noch weitere Exemplare im Umlauf.

Darf ich beim Ansagen lügen? Ja, das ist der Kern des Spiels. Die Regel hält ausdrücklich fest, dass die Ansage richtig oder falsch sein darf. Auch wer eine Karte weitergibt, darf sie vorher ansehen und danach die alte Behauptung bestätigen oder eine neue erfinden.

Was passiert, wenn die Karte beim letzten Spieler ankommt? Er kann sie nicht mehr weitergeben, weil alle anderen sie bereits gesehen haben. Ihm bleibt nur, sie anzunehmen und "wahr" oder "falsch" zur Ansage seines Vorgängers zu sagen. Einer von beiden behält die Karte.

Verliere ich sofort, wenn mir die Handkarten ausgehen? Nein. Eine leere Hand ist nur in einem einzigen Moment fatal, nämlich wenn man eine neue Runde eröffnen müsste. Mitten in einer Runde ist sie unproblematisch, weil einem die Mitspieler ohnehin Karten zuschieben können.

Wer gewinnt eigentlich? Es gibt keinen einzelnen Sieger. Sobald ein Spieler durch den Vierling oder die leere Hand verliert, endet die Partie, und alle übrigen Spieler teilen sich den Sieg.

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Quellen: Offizielle Spielregeln und Verlage. Zuletzt geprüft: 29. März 2026. https://www.ultraboardgames.com/cockroach-poker/game-rules.php