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FreeCell: die Regeln
solitaire 6 Min. Lesezeit

FreeCell: die Regeln

FreeCell klar erklärt: Vorbereitung, Spielablauf, Punktewertung und Varianten, mit unseren Tipps für den Einstieg.

Aktualisiert am 29. Januar 2026

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FreeCell ist ein Solitär-Kartenspiel für einen einzigen Spieler, das mit einem Standardblatt von 52 Karten ohne Joker gespielt wird. Die Besonderheit lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Alle Karten liegen von Beginn an offen auf dem Tisch. Es gibt keinen Talon, keinen Abwurfstapel und keine verdeckte Karte. FreeCell ist damit ein Solitär des reinen Nachdenkens — der Zufall wirkt nur beim Austeilen.

Das Spiel im Überblick

  • Spielerzahl: 1
  • Benötigtes Material: Standardkartenspiel mit 52 Karten (ohne Joker)
  • Spieldauer: etwa 10 bis 20 Minuten
  • Besonderheit: keine verdeckten Karten, kein Nachziehstapel

Ziel des Spiels

Ziel ist es, alle 52 Karten auf vier Fundamente abzulegen, eines je Farbe (Pik, Herz, Karo, Kreuz). Jedes Fundament wird aufsteigend vom Ass bis zum König in einer einzigen Farbe aufgebaut. Das Spiel ist gewonnen, sobald alle vier Fundamente vollständig sind.

Vorbereitung

Mischen Sie das Blatt und teilen Sie alle Karten offen in acht Spalten aus — sie bilden das Tableau: Die ersten vier Spalten erhalten je 7 Karten, die übrigen vier je 6 Karten (28 + 24 = 52). Es bleibt keine Karte auf der Hand.

Oberhalb des Tableaus bleiben zwei Bereiche zunächst leer:

  1. Vier freie Zellen (die namensgebenden Free Cells): Jede Zelle nimmt genau eine Karte auf, gleich welchen Werts oder welcher Farbe.
  2. Vier Fundamente: Sie nehmen die Asse auf, sobald diese freigespielt sind, danach die folgenden Karten derselben Farbe.

Spielablauf

Es wird immer nur eine Karte auf einmal bewegt, nach drei einfachen Regeln.

  1. Im Tableau darf nur die unterste Karte einer Spalte bewegt werden. Sie wird auf eine Karte des nächsthöheren Werts in der Gegenfarbe gelegt: eine schwarze 7 auf eine rote 8, eine rote 6 auf eine schwarze 7 und so weiter. Die Spalten werden also absteigend in abwechselnden Farben gebaut.
  2. In eine freie Zelle darf jede zugängliche Karte vorübergehend abgelegt werden, sofern die Zelle leer ist. Sie liegt dort allein und kann jederzeit wieder ins Tableau oder auf ein Fundament wandern.
  3. Auf ein Fundament darf eine zugängliche Karte, wenn sie die nächste Karte dieser Farbe ist — zuerst das Ass, dann die 2, die 3 und so fort.

Eine leere Spalte ist besonders wertvoll: Sie nimmt jede beliebige Karte auf, nicht nur einen König.

Mehrere Karten bewegen. Mit echten Karten bewegt man stets nur eine Karte. Eine absteigende Folge in Wechselfarben wird deshalb Karte für Karte umgesetzt, wobei die freien Zellen als Zwischenlager dienen — wie viele Karten sich tatsächlich am Stück verschieben lassen, hängt also von der Zahl der freien Zellen und leeren Spalten ab. Computerversionen automatisieren diesen Handgriff lediglich und lassen ihn wie einen einzigen Zug aussehen.

Beispiel: Spalte 1 endet mit Pik 8, und Herz 7 ist die unterste Karte von Spalte 5. Legen Sie Herz 7 auf Pik 8 (nächstniedrigerer Wert, Gegenfarbe). Eine anderswo freigewordene Kreuz 6 kann anschließend auf die Herz 7. Taucht das Karo-Ass am Ende einer Spalte auf, wandert es sofort auf das Fundament, danach die Karo 2, sobald sie frei liegt.

Punktewertung und Spielende

Es gibt keine Punktewertung. Das Spiel ist gewonnen, wenn alle 52 Karten auf den vier Fundamenten liegen, und verloren, wenn kein regelkonformer Zug mehr möglich ist — alle freien Zellen belegt und keine Karte mehr platzierbar. Genau darin liegt die Spannung: Jede in einer Zelle geparkte Karte kostet Bewegungsfreiheit.

Verbreitete Varianten

  • Baker's Game: wie FreeCell, aber im Tableau wird in derselben Farbe statt in Wechselfarben gebaut — deutlich schwerer.
  • Eight Off und Seahaven Towers: gleiches Prinzip, aber andere Anzahl freier Zellen und andere Auslage.
  • FreeCell mit weniger Zellen: mit drei, zwei oder nur einer freien Zelle gespielt, was den Schwierigkeitsgrad stark erhöht.

Ein Stück Geschichte

FreeCell wurde 1978 von Paul Alfille auf dem Lernrechnersystem PLATO entwickelt, aufbauend auf einem älteren Solitär aus der Familie des Baker's Game. Weltweit bekannt wurde es, als Microsoft es Anfang der 1990er Jahre mit Windows auslieferte: Millionen Menschen lernten das Spiel am Bildschirm kennen, ohne es je mit echten Karten gesehen zu haben. Sein Ruf beruht auf einer unter Solitären seltenen Eigenschaft — nahezu jede Auslage ist lösbar, eine verlorene Partie ist also meist eine Frage der Methode und nicht des Pechs.

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Anfängerfehler, die man vermeiden sollte

  • Die freien Zellen zu früh füllen. Eine belegte Zelle ist eine Option weniger. Parken Sie eine Karte nur, wenn der Zug, der sie wieder befreit, schon feststeht.
  • Zu schnell auf die Fundamente ablegen. Eine abgelegte Karte kommt nicht zurück: Eine zu früh gespielte rote 5 fehlt später als Ablage für eine schwarze 4.
  • Eine leere Spalte verschenken. Eine leere Spalte ist zum Manövrieren mehr wert als eine freie Zelle. Sie mit der erstbesten Karte zu füllen, ist meist ein Fehler.
  • Zug um Zug spielen. Da alle Karten sichtbar sind, sollte man mehrere Züge vorausplanen, vor allem um verschüttete Asse freizulegen.

FAQ

  • Kann man Karten aus den freien Zellen zurück ins Tableau verschieben? Ja, jederzeit — sofern die Karte auf eine Karte des nächsthöheren Werts in der Gegenfarbe passt oder auf ihr Fundament kann.
  • Wie viele Karten passen in eine freie Zelle? Genau eine.
  • Was darf man in eine leere Spalte legen? Jede beliebige Karte. Anders als beim Klondike sind leere Spalten nicht den Königen vorbehalten.
  • Gibt es einen Nachziehstapel? Nein. Alle 52 Karten liegen von Anfang an offen aus; nichts bleibt in Reserve.
  • Darf man eine Karte vom Fundament zurücknehmen? Nach den Grundregeln nicht. Manche Computerversionen erlauben es als Komfortfunktion, das ist aber keine Spielregel.
  • Ist jede Partie gewinnbar? Fast. Die allermeisten Auslagen haben eine Lösung.

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Quellen: Offizielle Spielregeln und Verlage. Zuletzt geprüft: 29. Januar 2026. https://www.pagat.com/solitaire/card.html